In de Wulf (2009/05)

Geschrieben von daniela am 17. Mai 2009 | Abgelegt unter belgien[essen+trinken], essen+trinken[auswärts]

Da Thomas bis Freitag beruflich in Belgien war, haben wir beschlossen auf unserem Weg Richtung Süd-England eine Zwischenstation einzulegen, und erst SA Früh gemütlich mit der Fähre überzusetzen. Die Wahl fiel letztendlich auf In de Wulf, dessen Kreationen viel Spannendes zu erwarten versprach.

Und wir wurden nicht enttäuscht!

Schon der Weg dorthin war sehr abenteuerlich. Sämtliche Straßen, die von mir ohne wenn und aber als absolute Neben- wenn nicht sogar als Feldstraßen deklariert wurden, entpuppten sich als “normale” Straßenverbindungen. Entzückend aber die Häuser, die uns entlang der Straße begegneten. Backsteinhäuschen, die herzig und edel zugleich wirkten und gesäumt waren von tollen Auffahrten und wunderschönen Gärten. Das Restaurant In de Wulf steht dem in Nichts nach!

Innen mischt sich absolut moderner und puristischer Landhausstil, der in edlen Grauvariationen gehalten ist, mit rohen Ziegelwänden, modernen Sitzgelegenheiten und Fellteppichen. Und das alles wirkt absolut warm und einladend. Auch die Zimmer, sind sehr geschmackvoll und wohlfühlend eingerichtet, dass man es am liebsten gar nicht mehr verlassen würde. Von der genialen Aussicht ganz zu schweigen.

Den Aperitif nahmen wir im Salon ein, wo wir auch mit 5 der 6 “Appetizers” begrüßt wurden: Wildkräuterbonbons (sphärisch), ausgesprochen leckere Schweinefuss-Taler,  ”Keiemtaler” crackers – eine WUCHT, einfach KLASSE -, knusprige Zwiebel – unserer Vermutung nach ein Zwiebelfond oder eine verflüssigte Zwiebel, die irgendwie dann hauchdünn und knusprig gebacken wurde – sowie Wallhorn Schnecke  (etwas gewöhnungsbedürftig) mit Brunnenkresse.

01 - Krauterloffel 02 Schweinefuss 03 Wallhornschnecke

Weiter ging es dann in den Essraum – und der war unserer Meinung nach sensationell. Die Atmosphöre war perfekt, die Tische standen weit genug auseinander, oft genug kommt es ja vor, dass man mehr vom Gespräch der Nachbarn mitbekommt, als vom eigenen … Jedes Detail war liebevoll arrangiert ohne auch nur im geringsten überladen zu wirken. Ein wenig erinnerte uns das Ambiente an das Kopenhagener Restaurant Noma. Und wie wir merken sollten, war es nicht bei der Einrichtung so, sondern auch beim Essen.

18 Essraum

Der 6. und letzte Gruß der Küche schrammte dann wirklich hart an der Grenze:  “Opale” coast. Ich bin ja nun wirklich ein absoluter Fisch- und Meeresfrüchteliebhaber. Aber dieses Granitée und diese Eiskugeln, die so was nach salzigem Fisch schmeckten, zusammen mit einer Art Heringtartar – naja, sehr mutig, es zu servieren. :)

04 opal coast

Dafür ging es dann im Menü grandios weiter. Perfekt abgestimmt die Makrele mit grünem Apfel und Sauerklee. Der marinierte Spargel war wunderbar, das Wachtelei auf den Punkt, nur an die eingelegte saure Marinade musste man sich erst gewöhnen. Der Austergang war auch nicht so ganz unseres, wunderbar dann allerdings wieder der Aal  mit grünem Sellerie sowie einer Aaljus und Honigmet. Der im Schweineschmalz geschmorrte Hals vom Schwein war überraschenderweise wunderbar weich und zart, und auch das Steak mit dem Bärlauch war toll.

05 Makrele 06 Spargel 07 Tintenfisch 08 Austern

09 Aal 10 Hummer 11 Schweinehals 12 Rindersteak

Auch bei der Weinbegleitung und dem Service gab es nichts zu merken. Beides phantastisch! Die Weine passten zum Essen und waren alle nicht 0-8-15. Der Service war sehr freundlich und aufmerksam.

Thomas entschied sich zum Abschluss für das Dessert, das aus 3 Teilen bestand: Buttermilch, Karamel, Kamille; Rhabarber, Rosenhippe, Waldmeister; Sauerrampfer, Apfel.

13 Buttermilch 14 Rhabarber 15 Sauerampfer

Meine Französisch-Flämische Käseplatte hat auch durchaus sehr gemundet und vor allem 7 Käse enthalten, die man ansonsten nicht auf dem Käseangebot der Restaurants findet.

Erwähnenswert sind dieses Mal auch die Petit Fours, von denen ich normalerweise immer die Finger lasse. Aber dieses Mal konnte ich nicht widerstehen und vor allem die Praline mit Zwiebelconfit war DER HAMMER schlechthin.

17 Petit four

Auch der Frühstücksraum am nächsten Tag entlockte uns Entzückensrufe. Derselbe Stil, Ham & Eggs werden auf einem wunderbar erhaltenem und super restauriertem alten Ofen angebraten und das ganze Geschirr, ist einfach nur landhausstil pur. Die Auswahl ist nicht übergroß, aber sehr bewusst ausgewählt und top!

Wir werden auf jeden Fall wieder einmal vorbeischauen!

[Bewertung 2009 > Guide Michelin: 1 Stern]

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3 Kommentare zu “In de Wulf (2009/05)”

  1. am 19. Mai 2009 um 06:16 1.Esther schrieb …

    Na wenn das mal kein gelungener Start in einen super Urlaub ist. Hört sich gut an ihr zwei :) Immer weiter so. Aber daran sollte es wohl nicht scheitern *fg*

    LG
    Esther

  2. am 19. Mai 2009 um 18:52 2.daniela schrieb …

    Du hast ja keine Ahnung wie anstrengend das sein kann. :)

  3. am 5. Mai 2010 um 09:25 3.l'art de vivre » Südengland – 1. Teil (2009/05) schrieb …

    [...] dem tollen Abendessen und einem wirklichen angenehmen Frühstück im In de Wulf, ging es gemütlich weiter nach [...]

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