Südengland – 1. Teil (2009/05)

Geschrieben von daniela am 20. Mai 2009 | Abgelegt unter england[reisen], reisen

Dunkerque - NorfolklineNach dem tollen Abendessen und einem wirklichen angenehmen Frühstück im In de Wulf, ging es gemütlich weiter nach Dunkerque, einer Hafenstadt in Frankreich. Von dort aus sollte uns die Fähre der Norfolkline samt unserem Cabrio nach Dover bringen. Unsere Entdeckungsreise der Küste Südenglands konnte beginnen!

Die ganzen Befürchtungen rund um das Auto auf der Fähre erwiesen sich als absolut unbegründet! Die Auf- und Abfahrt war kinderleicht, wie in einer angenehmen Parkgarage. Kein Vergleich mit unserer Erfahrung, die wir vor einigen Jahren mit der italienischen Fähre von Venedig zum Lido machten … Wir mussten uns nicht einmal irgendwo einparken oder eng zusammenstellen. Einfach auf der Spur stehen bleiben, wenn es der Einweiser anzeigt. Super easy!

In Dover begann dann das 1. Abenteuer: Linksverkehr in England!  Zum Glück war Thomas zwar ein wenig aufgeregt, aber keine Spur von Ängstlichkeit, wie bei mir. Einfach rein ins Vergnügen. Die ersten Kreuzungen glichen zwar eher noch einem Ratespiel, wer hat nun vor wem Vorrang und auf welche Spur muss ich denn jetzt noch mal genau, aber es ist unwahrscheinlich, wie schnell man sich daran gewöhnt. Wir können uns gar nicht mehr vorstellen, dass man bei uns im Kreisverkehr wirklich GEGEN den Uhrzeigersinn einfährt?! :)

Camber - Place at the beactNach ca. 1 Stunde hatten wir unser 1. Quartier für die nächsten 3 Nächte erreicht, das The Place at the beach Hotel in Rye. Das Ambiente ist sehr stimmig, alles in einem typischen Strandstil gehalten. Die Zimmer klein und einfach, aber sauber und absolut ok. Das Frühstück war leider am Sonntag ein absolutes Desaster, sodass wir beschlossen, an den nächsten beiden Tagen darauf zu verzichten. Außer Müsli, Butter, Toastbrot, sowie 3 Wärmebehälter mit Spiegeleiern, Würsteln und Baked Beans, die gefühlte Tage schon in den Behältern lagen, stand nichts zur Verfügung. Keine Marmelade, kein Schinken, kein Honig, kein anderes Brot. Nichts.
Das Abendessen am Folgetag war ok, besonders bei den Vorspeisen gab es wirklich nichts zu meckern. Nicht so toll fanden wir, dass 3 Speisen, die auf der an und für sich eh schon sehr übersichtlichen Karte angeführt waren, bereits um kurz nach 19 Uhr nicht mehr vorhanden waren und der Service stellenweise wirklich zu wünschen über ließ.  Sagen wir so: es war ok, aber wir werden das Hotel mit großer Wahrscheinlichkeit nicht noch einmal buchen.

Gleich am ersten Abend wollten wir ein Pub Inn besuchen und herausfinden, ob das Essen dort wirklich so gut ist, wie in jedem Reiseführer beschrieben wird. Unsere Wahl fiel auf das The Bell at Iden in Rye und wir wurden nicht enttäuscht! Auch wenn alles für uns ein wenig ungewohnt erschien, wir fühlten uns gleich wohl. Unterteilt sind die Inns meistens in einen Bar- und einen Restaurantbereich. Der Barbereich ähnelt von der Atmosphäre meist einem Wohnzimmer und viele Familien treffen sich hier auf das eine oder andere Bier, bevor zu Hause das Abendessen genossen wird. Nicht umsonst nennt man das Inn oder das Pub das 2. Wohnzimmer der Briten. :)
Auch das Essen war vorzüglich, besonders das Lamm, das von der Gegend kam.

Iden - Iden Bell Inn

In den darauffolgenden Tagen besuchten wir die Städte Rye, Brighton und Hastings.

Hastings-schild Hastings - bahn Hastings - Fischerboot Hastings - Fischerhutten

Rye ist eine sehr sympathische Stadt, vor allem eine Straße hat es uns angetan, in der so ziemlich jedes Haus einen passenden Namen hat, zB “Haus mit 2 Eingangstüren”.

Rye Rye - Baum

Besonders aber Brighton hat uns sehr gut gefallen. Solltet ihr einmal das Vergnügen haben, schaut unbedingt auf The Lanes. Hier reiht sich ein alternatives G’schäftl neben dem anderen, eines kreativer als das andere und die Leute, die sich da herumtreiben, sind alle einen 2. Blick wert. :)

Gleich zu Beginn starteten wir mit einem Besuch im Royal Pavilion, ein Bau, der von Georg IV. in Auftrag gegeben wurde.

Brighton .- Royal Pavillion

Von außen wirkt das Schloss mit seinen Kuppeln wie ein indischer oder persischer Palast, innen sind viele Räume im chinesischen Stil gehalten. Der Prunk und Protz ist unbegreiflich beeindruckend! Am meisten fasziniert hat uns die Küche. Georg IV. hat wohl sehr gerne gut und viel gegessen und auch immer wieder große Dinner veranstaltet. Dementsprechend groß war die Küche, ausgestattet mit wahnsinnig vielen Geräten, die vor allem für die damalige Zeit absolut modern und innovativ waren.

Die Stadt selbst liegt direkt am Meer. Unter normalen Umständen hätten wir mit Sicherheit einige Zeit am Strand verbracht. Der Spaziergang zum Meer endete allerdings bereits nach einigen Minuten, denn wie so oft in diesen 3 Tagen hatten wir mit ordentlichen Winden zu kämpfen
Dafür genossen wir wunderschöne und absolut genial gute Cupcakes bei Angel Food Bakery, einen Laden, den wir zufällig entdeckten. Damit kann man doch leben, nicht wahr? :)

Brighton - Strand Brighton - Roter Muffin

Ein ebenfalls sehr interessantes Erlebniss war der Besuch eines sogenannten Tea Rooms, Miss Mollett’s High Class Tea Room.

Appledore - Miss Molletts Tea Room

Hier hat man beim Eintreten wirklich das Gefühl, in das Wohnzimmer einer Person zu treten. Das Ambiente ist absichtlich so gehalten. Man sitzt hier in einer teilweise plüschig blumigen Umgebung, der Tee und die kleinen selbstgebackenen Häppchen werden gleich dahinter in einer offenen Küche zubereitet. Am Anfang mag das alles noch ein wenig beklemmend wirken, doch mit der Zeit genießt man diese familiäre Atmosphäre, den guten Tee und die leckern Scones.

Auch die Wasserburg Bodiam Castle hat uns sehr gut gefallen, idyllisch umgeben von einem Wassergraben wirkt es unglaublich romantisch und mysthisch zugleich. Leider war es an diesem Tag so ungeheurlich stürmisch, so dass wir keine all zu große Lust hatten, uns auf dem freien Gelände all zu lange aufzuhalten.

Bodiam Caslte

Wettertechnisch viel besser lief es bei unserem Besuch von Sissinghurst Castle Garden. Hier genossen wir bei nur wenig Wind und Sonnenschein einen Spaziergang durch Englands schönstem Garten. Vita Sackville-West und ihr Ehemann Harold Nicolson haben dort aus einer Brennesselwüste und einer Ruine einen wunderbaren Paradiesgarten geschaffen. Es war wirklich eine Freude durch die unterschiedlichen Gärten zu gehen und Pflanzen zu sehen, die einem total unbekannt sind.

Sissinghurst Castle Sissinghurst Castle - Allee

Am allermeisten hat mich natürlich der Kräutergarten fasziniert und wir haben uns auch schon einige Kräuterideen für die nächste Saison geholt, zB Ingwerminze. Jetzt müssen wir nur noch zusehen, wo wir diese Pflanzen herbekommen. :)

Zum letzten Abendessen hat es uns ins Webbe’s Fish Café verschlagen – sehr empfehlenswert, wenn man Fisch und Meeresfrüchte mag. Die meisten Fische kommen aus heimischen Gewässern, sind ganz frisch und schmecken teilweise auch anders, als die Ware, die man bei uns bekommt.  Als Vorspeise hatte ich Sprotten, die viel größer waren und intensiver schmeckten, als die, die man oft als Tapas bekommt. Thomas hat grandios gegrillte Scampis gegessen, die wirklich einmalig waren. Als Hauptgang bekam Thomas dann eine Seezunge, die einwandfrei war und ich habe einen halben gegrillten Lobster bestellt, der leider nur so la-la war. Preislich kann man sich wiederum wie so oft hier kaum beschweren, ein wirklich faires Preis-Leistungsverhältniss.

Rye - Fishcafe - Prawns Rye - Fishcafe - Sprouts

Generell hat es uns wahnsinnig viel Spaß gemacht durch die Gegend zu fahren und diese wunderschönen Backsteinhäuschen in ihrem typischen englischen Stil zu sehen. Wir konnten uns gar nicht genug daran sattsehen. Schafherden, die entlang unserer Route zu hunderten grasten, waren ein Bild, das wir sehr genossen haben. Nicht selten haben wir ein Schaf in einer selten komischen Pose vorgefunden, was uns minutenlang zum Lachen brachte.

Mal sehen, was uns bei unserer 2. Station erwartet …

Übrigens: falls ihr ein Zweit- oder sogar ein Dritthäuschen sucht – wahnsinnig viele Häuser stehen hier zum Verkauf oder zur Miete! :)

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3 Kommentare zu “Südengland – 1. Teil (2009/05)”

  1. am 25. Mai 2009 um 10:25 1.Melanie schrieb …

    wow, Südengland klingt wirklich total interessant und sieht super aus!

    Freue mich schon auf Teil 2 ;-)

    Viel Spaß noch!

  2. am 5. Mai 2010 um 09:12 2.l'art de vivre » Südengland – 3. Teil (2009/05) schrieb …

    [...] wir anderen erzählt haben, wo uns nach Kent/Sussex und Hampshire die 3. Station unserer Südenglandreise hinführen würde bzw. hingeführt hat, dann [...]

  3. am 27. August 2010 um 23:10 3.l'art de vivre » Südengland – 2. Teil (2009/05) schrieb …

    [...] traurig waren wir, als wir “unsere” Schafe verlassen mussten, um zu unserer 2. Station aufzubrechen, hatten wir uns doch schon an das Bild von ewig [...]

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