Südengland – 2. Teil (2009/05)

Geschrieben von daniela am 12. Juni 2009 | Abgelegt unter england[reisen], reisen

New Forrest - Wild PonysZiemlich traurig waren wir, als wir “unsere” Schafe verlassen mussten, um zu unserer 2. Station aufzubrechen, hatten wir uns doch schon an das Bild von ewig grasenden und lustig daliegenden Schafherden neben der Straße gewöhnt. Da wussten wir ja noch nicht, dass uns “tierisch” gesehen noch ein viel größeres Erlebnis bevorstand …

Unsere nächste Unterkunft, The Withley Ridge Hotel, liegt nämlich in der Grafschaft Hampshire im Naturschutzgebiet des New Forrests.

Eine angenehme Heidelandschaft, in der auch heute noch “halbwilde” Ponys, Kühe und Esel leben und nicht selten seelenruhig ganz dicht neben der Straße weiden, durch die Ortschaften spazieren oder auch einfach ‘mal in Herden die Straßen überqueren. So etwas haben wir wirklich noch nicht erlebt und wir konnten es bis zum Schluss nicht fassen. Wer denkt da noch an Schafe … !? :)

Das Finden unseres Hotels gestaltete sich aufgrund zahlreicher Wege, die schmal und unausgebaut in den Wald abgehen, sowie fehlender Straßennamen als nicht ganz so einfach. Irgendwann blieb auch dem männlichen Part unserer Reisegruppe (*g*) nichts anderes übrig, als stehen zu bleiben, und einen netten Mitarbeiter der Royal Mail nach dem Weg zu fragen. :)

Als wir unser Ziel erreichten, erwartete uns ein Hotel, wunderbar eingebettet im Nationalpark, fern von jedem Trubel, bei unserer Ankuft romantisch ins Abendsonnenlicht getaucht.

TheWhitleyRidge01_200905 TheWhitleyRidge04_200905

Die Eingangstür öffnet sich bei unserer Ankunft wie von Geisterhand, wir werden sehr freundlich empfangen und sofort auf unser Zimmer geführt. Während unseres ganzen Aufenthalts war das Personal irgendwie unsichtbar, aber stets zur Stelle, wenn man etwas brauchte. Das Zimmer und das Bad waren gar etwas klein geraten, aber die Aussicht auf den Garten entschädigte für Vieles, genauso wie die wirklich angenehme, zum Haus passende feine Einrichtung.
Hier kann man sich auf alle Fälle wohl fühlen und abschalten!

Auch das Essen im Le Poussin Restaurant at Whitley Ridge ist sehr empfehlenswert, wie ihr in unserem Bericht nachlesen könnt.

Den Folgetag verbrachten wir in Portsmouth, dessen Hafen nach Dover noch immer zum wichtigsten Fährhafen Englands zählt. Vor allem die Marine spielt hier ein wichtige Rolle, immerhin hat die Royal Navy mehr als die Hälfte ihrer Schiffe hier stationiert.

Portsmouth - Harbourtour

Unser erster Weg führt uns zum neuen Wahrzeichen der Stadt, den im Jahre 2005 eröffnetem Spinnaker Tower, einem 170 m hohen Aussichtsturm. Die Form soll an ein Segel (spinnaker) erinnern und das Gebäude wurde bereits mit mehreren Architekturpreisen ausgezeichnet. Allerdings gab es im Vorfeld etliche Diskussionen um das Design, so dass der Bau verspätet begann und somit nicht wie geplant zur Jahrhundertwende sondern erst 5 Jahre später fertig wurde. Außerdem hat der Bau anstatt der geplanten 9 Millionen GBP am Ende ganze 30 (!) Millionen GBP gekostet!

Porthsmouth - Spinnaker Tower Spinnaker Tower - Glasboden

Mit einem Aufzug gelangt man zur ersten Plattform in 100 m Höhe. Hier ist auch eine rechteckige Glasscheibe im Boden eingelassen, so dass man senkrecht in die Tiefe blicken kann. Ein Erlebnis – aber nur für schwindelfreie Menschen! Über eine Treppe gelangt man noch zu zwei weiteren Ebenen in 105 und 110 m Höhe, allerdings hat man den schönsten Rundumblick auf den ersten beiden Ebenen.

Am Nachmittag besuchten wir die Historische Werft, wo wir uns unter anderem die großen Kriegsschiffe HMS Warrior, HMS Victory (Flaggschiff in der Schlacht von Trafalgar unter Admiral Nelson) und Mary Rose angesehen haben. Wir sind nun wirklich keine Kriegsschifffans, aber selbst wir waren sehr beeindruckt, wie groß solche Schiffe sind, wie toll man sie restauriert hat und da sie komplett von vorne bis hinten, von oben bis unten begehbar sind, war es sehr interessant zu sehen, wie die Leute damals auf diesen Schiffen gearbeitet, gelebt und gekämpft haben.

HMS Warrior Warrior - goldene auslasser HMS Victory Portsmouth_Victory03_200905 Portsmouth_Victory02_200905

Ein großer Aufwand wird auch rund um die Mary Rose betrieben, die 1545 gesunken ist und von der erst 1982 (!) eine Hälfte des Wracks in einem erstaunlich guten Zustand geborgen wurde. Das Wrack wird seitdem in einer nur für Spezialisten zugänglichen Kammer konserviert, indem sie rund um die Uhr mit einer speziellen Wachs-Wassermischung fein besprüht wird. Touristen können sich das Wrack nur von einer Tribüne durch eine Glasscheibe ansehen. Unglaublich was für ein Aufwand hier betrieben wird.

Winchester war unser Ziel am nächsten Tag. Die Stadt hat einen wirklich charmanten kleinen Stadtkern mit netten Geschäften und natürlich haben wir auch die berühmte Winchester Kathedrale besichtigt.

Winchester - High street Winchester Cathedral

In der Kathedrale findet sich auch eine Büste des Tauchers William Walker in seinem Helmtauchgerät – so was sieht in einer Kirche richtig witzig aus. :) Da die Kathedrale nahe am Grundwasser auf einem Torfuntergrund stand, drohte sie bald versinken. Walker brachte zwischen 1906 und 1911 tauchend (!) Zementsäcke unter das Fundament der Kirche, um diese so für die weiteren Renovierungsarbeiten abzustützen und ein weiteres Versinken zu verhindern. Diese schwere Arbeit verrichtete er in völliger Dunkelheit, da das Wasser mit vielen Schwebeteilchen versetzt war und somit keine Lichtstrahlen durchdringen konnten. Eine unglaubliche Leistung, besonders in der damaligen Zeit!

Nach dem Sightseeing nahmen wir uns dann endlich auch Zeit, den New Forrest ein wenig näher zu erkunden. In einem kleinen Supermarkt besorgten wir ein wenig Käse, Schinken, Brot und eine gekühlte Weißweinflasche und suchten uns ein lauschiges Picknickplätzchen, wo wir die Wildponys besuchten, dem Singen der Vögel lauschten und diese beobachteten, wie sie ganz nah um uns herum lustige Loopings flogen.

New Forrest - Vogel

Morgen sollte es weitergehen nach Cornwall …

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2 Kommentare zu “Südengland – 2. Teil (2009/05)”

  1. am 5. Mai 2010 um 09:26 1.l'art de vivre » Südengland – 1. Teil (2009/05) schrieb …

    [...] sehen, was uns bei unserer 2. Station erwartet [...]

  2. am 27. August 2010 um 23:07 2.l'art de vivre » Südengland – 3. Teil (2009/05) schrieb …

    [...] wir anderen erzählt haben, wo uns nach Kent/Sussex und Hampshire die 3. Station unserer Südenglandreise hinführen würde bzw. hingeführt hat, dann fiel den [...]

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