Schlössernacht! (2009/07)
Geschrieben von daniela am 1. Oktober 2009 | Abgelegt unter deutschland[reisen], reisen
Wir starten dieses Mal mit einem kleinen Ratespiel. :)
Die deutsche Stadt, die wir suchen, ist bekannt als ehemalige Residenzstadt Preußens. Quasi im Zentrum der Stadt liegt die Freundschaftinsel. Die vielen wunderschönen Schloss- und Parkanlagen locken jährlich sehr viele Touristen in die Stadt, liegt sie doch auch günstig in unmittelbare Nähe zu Berlin. Ebenfalls sehr attraktiv ist die Lage am Wasser, genauer gesagt am Mittellauf der Havel. Insgesamt befinden sich über 20 Gewässer in dieser Stadt.
Die Glienicker Brücke, auch gern “Agentenbrücke” genannt, weil sie zum Austausch von Spionen diente, verbindet über die Havel hinweg Berlin und die gesuchte Stadt.
Gemeint ist die Hauptstadt Brandenburgs, und spätestens jetzt wissen bestimmt die meisten, dass hier von Potsdam die Rede ist!
Mitte August hatten wir das Vergnügen, die Potsdamer Schlössernacht zu genießen. Diese Veranstaltung ist allemal einen Besuch wert! Leider sind die Karten jedes Jahr ziemlich schnell vergriffen, da sie zum Schutz der Anlage streng limitiert sind. Am besten man notiert sich so früh wie möglich den Starttermin des Ticketverkaufs.
Da, wie der Name schon vermuten lässt, die Schlössernacht erst Abends beginnt, mieteten unsere “Reiseführer in spe” bei 30 Grad und strahlendem Sonnenschein ein kleines Motorbötchen. Netterweise wurden wir per Boot von unserer Unterkunft, dem Resort Schwielowsee, abgeholt und genossen bei einer knapp dreistündigen Fahrt einen großartigen Blick vom Wasser auf die Umgebung Potsdams.
Ein wahres Highlight waren dabei die Erzählungen von K., der in Potsdam aufgewachsen war und bis vor kurzem auch noch dort lebte. Der Mann weiß unglaublich viel über die Geschichte und es war einfach unbezahlbar, seinen Berichten zu lauschen und alles einmal von einer anderen Perspektive zu erleben.
Die Zeit war leider viel, viel zu kurz um sich Potsdam in aller Ruhe anzusehen. Mit dem Auto gab es dann für uns einen Crashkurs, vorbei an all den berühmten Gebäuden aus unterschiedlichen Epochen. Sehr fasziniert haben mich das Holländische und Russische Viertel.
Das Wahrzeichen der Stadt ist das wunderschöne Schloss Sanssouci (frz. sans souci = ohne Sorge), oft auch „preußisches Versailles“ genannt.
Der preußische König Friedrich der Große ließ das Schloss in den Jahren 1745–1747 im Stil des Rokoko errichten.
Die Weinbergterrassen, die er vor dem Schloss errichten ließ, sind auch bei Tag wunderschön anzusehen, aber im Dunkeln, wenn sie während der Schlössernacht beleuchtet werden, kann man sich an dem Anblick fast gar nicht satt sehen. Ein Traum!
Die Bildergalerie, die sich östlich des Schlosses Sanssouci befindet, mit ihren Gemälde des Barocks und der Renaissance, ist ebenfalls ein großes Highlight. Nicht nur die Werke von Rubens, van Dyck und Caravaggio lassen einen vor Ehrfurcht erstarren. Auch der Galeriesaal selbst ist unglaublich prachtvoll, mit seiner reich verzierten vergoldeten Ornamentik an der Decke. Zum Glück hatten wir ein tolles Wetter, denn bei Regen ist der Zugang zum Schutz der Räumlichkeiten und Gemälde, nicht gestattet
Das größte Schloss ist das Neue Palais, das im preußischen Barock errichtet wurde und am westlichen Ende des Parks liegt. Als krönenden Abschluss einer fantastischen Nacht gibt es, mit dem Neuen Palais als Kulisse, zu wundervoller, klassischer Musik ein Feuerwerk. Zum Neuen Palais führt eine schnurgerade ca. 2,5 km lange Hauptallee. Diesen Weg im Dunkeln zu gehen, umringt von Musik und Gesang, Tänzern und wenn man Glück hat auch Gauklern, ist wirklich ein ganz eigenes Gefühl.
Es gibt so viele Sehenswürdigkeiten im Park Sanssouci – das Schlossgebäuden, die Galerie, der chinesische Tee-Pavillon (der übrigens normalerweise nicht begehbar ist!), Tempeln und Skulpturen, die Orangerie, einen Botanischen Garten, die Historische Mühle, um die sich eine witzige Legende spannt – um nur einige zu nennen, und so viele Musik-, Tanz- oder Theateraufführungen, dass man eigentlich an einem einzigen Abend unmöglich alles genießen kann. Man hat irgendwie das Gefühl, nicht alles ausreichend bewundert zu haben. Insofern bleibt nur eines: einfach noch einmal wiederkommen. :)
Zum Abschluss noch ein paar letzte Worte zur Organisation. Kunst und Kultur stehen im Vordergrund, keine Frage. Aber wenn man über so weite Strecken zu Fuß unterwegs ist, tut es gut, wenn man sich zwischendurch kurz hinsetzen und erfrischen kann. Leider waren besonders die Stände zum Großteil heillos überfordert und langsam. In der Annahme, das Pfandglas auch an anderen Getränkestellen zurückgeben zu können, nahmen wir unsere Getränke mit. Es stellte sich aber leider heraus, dass die Cateringfirmen mit eigenen Gläsern arbeiten und manche auch ohne Pfand. Dieser Hinweis fehlt jedoch völlig und es macht wirklich keinen Spaß und ist eine reine Zeitverschwendung, den weiten Weg zurückzugehen, nur um die Pfandgläser retour zu bringen. Der Andrang ist groß und nicht alle Cateringfirmen haben das gut im Griff. Die Schlangen an den Toiletten sind ewig lang. Das größte Chaos brach allerdings nach dem Feuerwerk aus, denn es waren weit und breit weder Taxis noch Hinweise zu Taxiständen in Sicht. Am besten also man bestellt sich ein Taxi oder eine andere Transportmöglichkeit über das Hotel im Voraus.
Wir werden Potsdam auf alle Fälle wieder besuchen!
1 Kommentar »

















am 14. Oktober 2009 um 16:42 1.Melanie schrieb …
Diese Schlössernacht klingt sehr interessant!
Und das Schloss, sowie der zugehörige Park haben uns damals auch sehr gut gefallen.
Nette Fotos habt ihr angehängt! ;-)