Monkey’s West (2009/09)

Geschrieben von daniela am 12. November 2009 | Abgelegt unter deutschland[essen+trinken], essen+trinken[auswärts]

Wie jedes Jahr ist in Düsseldorf wieder die Tour de Menu Gusto zu Gast.

Als wir vor drei Jahren nach Düsseldorf gezogen sind, fanden wir diese Veranstaltung perfekt, um Restaurants in der neuen Stadt kennenzulernen und auszuprobieren. Die Idee war anfänglich, jedem einmal die Möglichkeit zu geben, ein Menü zu einem vernünftigen Preis in einem Gourmetrestaurant zu erleben.
Da die Preise leider im Sinne der Veranstaltung bei vielen für unseren Geschmack etwas zu hoch stiegen, wir im zweiten Jahr leider ein wenig enttäuscht waren von der Qualität und in den teilnehmenden Restaurants manchmal das Gefühl einer Abfertigung hatten, haben wir letztes Jahr ausgesetzt.
Eine Freundin hat uns dann erzählt, dass man dieses Jahr erstmalig in Wien ein ähnliches Konzept unter dem Namen DiningCity Restaurantwoche startet. Das hat uns dazu motiviert, dieses Jahr wieder einmal “dabei” zu sein.


Der erste Besuch führte uns ins Düsseldorfer In-Lokal Monkey’s West. Wir waren bereits einige Male in dem Restaurant essen und wenngleich es an dem Essen nichts auszusetzen gab, das Preis-/Leistungsverhältnis stimmte einfach nicht, der Service war teilweise etwas überheblich, sowie nachlässig und es wollte dort nicht wirklich eine angenehme Stimmung aufkommen.
Vor kurzem wurde die Küche an Christian Penzhorn übergeben, der mit Sicherheit zu den besten Köchen der Stadt zählt. Da wir sein Essen bereits bei seinem kurzen Gastspiel im Restaurant Victorian sehr schätzten, waren wir voller Vorfreude und großer Erwartungen!
Die Tour de Menu Teilnehmer konnten in diesem Herbst aus ganzen fünf Kategorien wählen, das Monkey’s West entschied sich für “Das Beste aus heimischen Landen”. Klingt verlockend, genauso wie das Menü:

Amuse Bouche
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Gebeizter Bachsaibling
Confierter Kürbis, geräucherte Walnüsse
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Krosser Müritz-Zander
Kartoffel-Lauchgemüse,
Zitronen-Petersilienstreusel
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Zwetschgensorbet
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Medaillon vom Eifeler Rind
Nussbutterjus, Selleriepüree, Semmelknödel
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Hagebuttenparfait
Anisäpfel, Schokoladensauce

Das Menü kostete 54,00 Euro, 42,00 Euro ohne den Zander. 4 Gläser à 0,1 l als Weinbegleitung sollten noch einmal zusätzlich 16,00 Euro kosten. Wir entschieden uns lieber für ein Gläschen Sauvignon Blanc aus der Friaul und eine Flasche von Gantenbein’s Pinot Noir, der hier preislich wirklich in Ordnung war. Immerhin zählt er für uns zu den besten Pinot Noirs die produziert werden, obwohl er aus der für Wein nicht sehr bekannten Schweiz stammt. Selben Wein wollten wir schon letztens auf Sylt im Söl’ring Hof trinken, hier siegte aber ob des stolzen Preises doch unsere Vernunft. Warten wird belohnt! :)

Das Amuse war ok, sehr bemüht in der Präsentation, geschmacklich leider nicht ganz so überzeugend.

Auch der Bachsaibling riss uns nicht von Hocker, viel zu süß, für unseren Geschmack, die confierten Kürbiswürfelchen.
Ein Traum war dann allerdings der Müritz-Zander, auf den Punkt gebraten und mit krosser Haut, perfekt begleitet von dem Kartoffel-Lauchgemüse.

Sorbet als Auflockerung vor dem Hauptgang ist mittlerweile schon kaum mehr wegzudenken, all zu oft einfalls- und geschmacklos. Ein Zwetschgensorbet hatten wir allerdings noch nie gegessen und wir fanden den Geschmack wirklich sehr erfrischend und köstlich.

Das Medaillon vom Eifeler Rind war wirklich bis zur letzten Faser perfekt gebraten und absolut fein im Geschmack, ein Traum!  So sehr ich mich auf die Semmelknödel gefreut habe, diese Kombination mit Rinderfilet war mir ebenfalls neu, so sehr wurde ich leider enttäuscht. Der Semmelknödelteig in zwei dünne, kleine Dreiecke geschnitten und entweder viel zu lange in der Pfanne angebraten oder der Teller stand zu lange unter dem Salamander. Jedenfalls war es leider viel zu trocken und hart am Rand, wo doch ein wirklich guter Semmelknödel luftig und leicht sein sollte.

Eigentlich mag ich den Anisgeschmack überhaupt nicht. Aber erstens versuche ich so gut wie immer, beim Menü zu bleiben und nichts zu tauschen. Da gab es schon etliche Male eine schöne Überraschung, wenn Gänge, die ich so niemals bestellt hätte, absolut wundervoll waren. Und zweitens LIEBE ich Hagebutte! Das erinnert mich an meine Kindheit: Malventee für meine Schwester, Hagebuttentee für mich.
Leider war dieses Dessert kein krönender Abschluss. Das Parfait war noch ok, beim Rest hab ich mir lieber die Kalorien gespart …
Thomas entschied sich statt der Nachspeise einen Käseteller zu nehmen. Der Käse wurde mit einem Käsewagen gebracht, was schon einmal ein Pluspunkt ist. Die Auswahl ist ganz gut, nicht zu groß, aber völlig ausreichend und im generellen auch gut gereift.

Gut fanden wir, dass es absolut kein Problem war, die Nachspeise zu ändern, was besonders im Zuge der Tour de Menu in vielen anderen Restaurants nicht möglich ist.
Brot und Butter kamen zwar einen Ticken zu spät auf den Tisch, nämlich erst nach dem Amuse, aber da das Amuse schon relativ rasch kam, war es nicht so tragisch.
Positiv anzumerken ist auch, dass der Service im Vergleich zu früher wesentlich aufmerksamer und freundlicher war. Man merkt aber an gehäuften Kleinigkeiten, dass der Service teilweise nicht ganz so professionell ist, wie sich das Restaurant gerne den Anschein geben mag. Irgendwie hat man sowohl beim Essen als auch beim Ambiente noch kein ganz rundes Gefühl als Gast. Vielleicht waren ja auch unsere Erwartungen zu hoch und man braucht noch ein wenig Zeit, um das Konzept des neuen Kochs umzusetzen. Viel Glück dabei!

[Bewertung 2009 > Gault Millau: 2 Hauben]

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2 Kommentare zu “Monkey’s West (2009/09)”

  1. am 12. November 2010 um 10:02 1.l'art de vivre » Victorian Tour de Menu (2009/09) schrieb …

    [...] wir nicht widerstehen, mit lieben Freunden auch zur Tour de Menu vorbei zu schauen. Nach dem Monkey’s West und dem Restaurant Mönchenwerth war dies unser dritter Besuch im Rahmen der Tour de [...]

  2. am 20. Januar 2011 um 09:51 2.l'art de vivre » Restaurant Mönchenwerth (2009/09) schrieb …

    [...] Mal geht es um einen Besuch im Rahmen der Tour de Menu im Herbst 2009. Nach dem Essen im Monkey’s West, das unter dem Motto “Das Beste aus heimischen Landen” stand, war dies der [...]

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