Sylt: Hotel Strandhörn (2009/09)

Geschrieben von daniela am 15. November 2009 | Abgelegt unter deutschland[schlafen], schlafen[auswärts]

Obwohl wir das Sylt-Wochenende für September ungefähr schon ein halbes Jahr im Voraus begonnen haben zu planen, war es unglaublich schwierig, noch ein Zimmer zu bekommen. Am Ende hatten wir die Wahl zwischen einem Einzelzimmer zum Preis von knapp 300,- EUR / Nacht in einem 5*-Hotel oder ein Doppelzimmer zum Preis von 250,- EUR / Nacht in einem 4*-Hotel. Die Wahl fiel natürlich auf das Doppelzimmer im Hotel Strandhörn. Bei so viel Geld haben wir keine Lust, uns in einem Einzelzimmer zusammenzuquetschen, auch nicht in einem 5*-Hotel. :)

Das Hotel liegt in Wenningstedt, im Westen der Insel, nur einen Katzensprung vom Dünensandstrand entfernt. Von außen sieht es eigentlich ganz nett und adrett aus, auch der erste Eindruck innen, war eigentlich ganz ok, wenngleich man am Einrichtungsstil der Böden, Vorhänge und Möbel durchaus merkt, dass das Haus schon etwas älter ist und hier schon länger nichts mehr erneuert wurde.

Die Begrüßung war freundlich, der Check-in schnell und uns wurden freundlicherweise auch die Handgepäckskoffer nach oben getragen. Der Weg zu unserem Zimmer führte über ein recht schmales Treppenhaus ganz nach oben in das Dachgeschoß. Zwei Zimmer pro Ebene, das hat schon einmal den Vorteil, dass man nicht so leicht vom Ganglärm gestört wird, vorausgesetzt die Zimmernachbarn spielen hier mit. :)

Die Größe des Zimmers war völlig ausreichend, sogar mit einer kleinen Couch als Sitzgelegenheit für den Mini-TV. Sofort negativ ins Auge stach mir ein richtig großer gelber Fleck auf dem weißen Bettüberzug der Decke. Das darf bei einem 4*-Hotel in dieser Preisklasse nicht passieren. Der erste durchaus freundliche Eindruck des hellen Zimmers trübte sich leider bei näherem Hinsehen ebenfalls rasch. Sämtliche Möbelstücke waren an diversen Ecken und Kanten heftig abgeschlagen. An den Fensterecken waren deutliche Flecken (Schimmelansätze?) zu sehen. Das Bad war sauber, hatte aber seine besten Zeiten ebenfalls definitiv schon hinter sich. Diverse Toilettenartikel, die man ansonsten normalerweise in Häusern dieser Kategogrie findet, suchte man hier vergeblich.

Einweg-Hausschuhe, um zB den Wellnessbreich im Keller zu besuchen, konnte man nur käuflich erwerben. Also zogen wir uns zu unserem Bademantel die Straßenschuhe an, um dann im relativ winzigen Umkleideraum festzustellen, dass sich die Kabinen nur mit Münzeinwurf auf- und abschließen ließen … Abgesehen davon, dass man so etwas eher in öffentlichen Thermen- oder Badeanstalten erwarten würde, wäre ein entsprechender Hinweis am Zimmer sehr hilfreich.

Der Pool-, Ruhe- und Saunabereich ist zwar nicht all zu groß, aber sehr gepflegt und angenehm. Sogar ein kleiner Whirlpool stand zur Verfügung. Bei dem kalten Wetter genau das richtige! Leider waren keine Massagetermine mehr frei, aber diese runden zusammen mit dem Kosmetikangebot den durchaus annehmbaren Wellnessbereich ab.

Als wir am nächsten Tag frühstücken wollten, fanden wir auf allen Etagen stapelweise neue Handtücher, neben Bergen von gebrauchten. Putzflaschen, Lappen, Staubsauger erschwerten den Weg in dem eigentlich ohnedies schon relativ kleinem Stiegenaufgang. Den kleinen Flur zum Frühstücksraum säumten zwei große Müllbeutel. Auch kein sehr ansehlicher Anblick.

Das Frühstücksbuffet war zwar nicht riesengroß, aber durchaus ansprechend, ausreichend und frisch.  Auch der Service in der Früh war ausgesproch freundlich, zuvorkommend und aufmerksam.

Nur die Hausdame hatte anscheinend keinen all zu guten Tag erwischt. Als wir in unser Zimmer zurückkehrten und höflich fragten, ob wir unsere Jacken und Taschen nur schnell holen könnten, grüßte sie in keinster Weise, sondern warf uns in einem offensichtlichen Zornesanflug den ganzen Berg dreckiger Handtücher buchstäblich vor die Füße. So eine absolute Frechheit hatte ich schon lange nicht erlebt. Leider waren wir in dem Moment zu perplex um auch nur irgendwie darauf zu reagieren.

Die Bettwäsche wurde auf unsere Bitte hin zwar frisch überzogen, statt einem großen gelben Fleck zierten jetzt jedoch einige kleine rote Flecken die Bettdecke. Im Bad fanden wir ausgewaschene, gelbe Handtücher mit tellergroßen weißen Chlorflecken. In einem 4*-Hotel, für das wir 250,- EUR / Nacht bezahlen …

Beim Auschecken wurden wir nicht gefragt, ob unser Aufenthalt angenehm verlaufen sei und da hinter uns noch einige Gäste warteten, verzichteten wir dieses Mal auf eine Rückmeldung.
Zu Hause allerdings machten wir uns die Mühe, einen sachlichen Brief mit unserer Darstellung an den Besitzer zu schreiben. Überraschenderweise erhielten wir bereits wenige Tage danach ein Rückschreiben vom Besitzer persönlich. Es war kein 0-8-15 Schreiben, sondern man merkte, dass er sich mit dem Inhalt unseres Briefes auseinandergesetzt hatte. Als kleine Entschädigung gab es auch noch ein Büchlein über Sylt.

Wir wünschen en Hotelbesitzern, dass man die problematischen Aspekte bald in den Griff bekommt, denn dann kann man sich durchaus in der familiären Umgebung wohl fühlen. Unsere Erfahrungen waren leider so negativ, dass wir wohl dieses Hotel nicht mehr buchen und es auch nicht empfehlen werden.

[Bewertung 2009: 5 Sterne]

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Ein Kommentar zu “Sylt: Hotel Strandhörn (2009/09)”

  1. am 27. August 2010 um 22:35 1.l'art de vivre » Sylt im September schrieb …

    [...] der im Sommer als Badestrand für die Touristen dient. Leider stellte sich das Hotel als ziemlicher Reinfall heraus. Wir werden es auf keinen Fall jemals wieder buchen. Immerhin scheint man Kritik gegenüber [...]

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