Restaurant Gut Lärchenhof (2009/08)
Geschrieben von daniela am 11. Dezember 2009 | Abgelegt unter deutschland[essen+trinken], essen+trinken[auswärts]
Mit unseren sorgfältig ausgewählten und köstlichen Kreationen möchten wir Ihrem Gaumen nicht nur ein wenig schmeicheln, nein, wir möchten mit unseren liebevoll zubereiteten Speisen Ihre Geschmacksnerven einen Abend lang verzaubern.
Dieser Satz auf der Homepage vom Restaurant Gut Lärchenhof verspricht nicht zu viel! Selten kommt man in den Genuss, so perfekt abgestimmte Zutaten und wundervolle Überraschungskombinationen genießen zu können. Noch dazu in einer so traumhaft schönen Umgebung.
Mittlerweile hatten wir schon zwei Mal das Vergnügen im Restaurant Gut Lärchenhof zu essen. Und wenn ich von Vergnügen spreche, so meine ich das auch wortwörtlich! Nicht jedes Restaurant, das Michelin Stern (1*) oder Gault Millau (3 Hauben) ausgezeichnet ist, bringt so ein Leuchten in unsere Augen und bleibt uns so lange in Erinnerung.
Schon alleine die Anfahrt ist ein Erlebnis, fast einschüchternd könnte das große schmiedeiserne Tor wirken, das zur Golfanlage führt, auf der das Restaurant zu finden ist. Auf dem Parkplatz steht ein schickes Wägelchen neben dem anderen und besonders Sonntag Mittag kommt man an den Golfspielern nicht vorbei, die sich sowohl Terrasse als auch Restaurantbereich mit ihrem Bistro teilen und dort ihre Currywürste verspeisen. Dezent abgegrenzt stehen die Fensterfront und die vorderen Plätze auf der Terrasse den Restaurantbesuchern zur Verfügung und bieten so einen Blick auf den absolut schönsten Golfplatz, den ich jemals in Deutschland gesehen habe. Ok, zugegebenermaßen habe ich als Nicht-Golfspielerin allerdings noch nicht wirklich mehr Plätze gesehen … :)

Da der letzte Besuch leider schon fast vier Monate her ist, kann ich mich nicht mehr genau an die einzelnen Speisen erinnern. Ich weiß nur, dass bereits zum Aperitif einige Kleinigkeiten serviert wurden (genau SO soll es sein!) und wir noch nie so viele Amuse Bouche bekommen haben wie hier, ich meine es waren drei, die noch dazu größer ausfielen, als es sonst üblich ist. Die Brotauswahl war sogar Sonntag Mittag absolut ausreichend, dazu gab es neben einer Butter sogar drei Kräuteraufstriche. Brot wurde übrigens das ganze Essen hindurch auf Wunsch immer nachgelegt und der Brotteller samt Aufstriche wurde erst vor der Nachspeise abserviert. Das fanden wir klasse, denn ehrlich gesagt finde ich es immer ätzend, wenn der Brotteller spätestens nach dem ersten Gang wieder abserviert wird.
Die “Kleinigkeit” zum Aperitif bestand übrigens aus einem Garnelen-Spinat-Tempura, ein absolut köstliches Rindertartar im Hörnchen, eine geeiste weiße Tomatenmousse in feinem Schokoladepulver gewälzt, Thunfisch in Passionsfruchtgelee, sowie Matjes nach Hausfrauenart mit Rote-Beete-Knuspermantel.
Bei den Speisen kommt man aus dem Schwärmen nicht mehr heraus. Die Teller sind wie ein kleines Kunstwerk angerichtet und werden, auch wenn man’s kaum glauben mag, im Geschmack noch vom Aussehen getopt! Die Kombinationen verblüffen und stellen sich danach nicht als Reinfall heraus, sondern als Geschmacksoffenbarung. Gerichte, die sich “normal” anhören, entlocken ein Stöhnen nach dem Anderen, weil sie durch eine Beigabe, die man eigentlich als reine Deko abgetan hat, zum absoluten Knaller werden. Mein Favorit: der 2. Gang, Schweinebauch – Krabbenfleisch – Kräutersalat. Aber auch die “Lasagne” war ein Gedicht!
Mein Rat: unbedingt ein Menü wählen, damit man die gesamte Palette des Ausnahmekochs Bernd Stollenwerk genießen kann. Wir wählten jedes Mal das “Menue-Petit Klein aber Fein”. Der Preis der vier Gänge war angesichts der Qualität und der diversen Amuse Bouche, die serviert wurden, wirklich sehr angemessen.
Die Käseauswahl ist so, wie sie sein soll, die Desserts (Ja, Mehrzahl! Es gibt nämlich noch ein “Pre-Dessert” vor dem eigentlichen Dessert …) sind perfekt und wenn zum Schluss noch der Petit Fours Wagen angerollt kommt, kann man seine großen Augen und das Entzücken kaum noch verbergen. Cassis-Karamell, weißer Balsamico mit Rosmarin, Topfen-Passionsfruchtküchlein – um nur eine kleine Auswahl zu nennen.
Die Weinkarte ist außerordentlich gut bestückt und lässt keine Wünsche offen. Wenngleich man erwähnen muss, dass die Preise doch nicht ganz so niedrig sind.
Der Service war beide Male ausgesprochen aufmerksam und freundlich. Was vielleicht daran liegen mag, dass wir jedes Mal Sonntag Mittags dort waren und zu dieser Zeit das Restaurant alles andere als voll war … Ich denke allerdings, dass Abends bestimmt mehr Gäste anwesend sind und bin zuversichtlich, dass das Service dann ebenfalls stimmt. Wir werden es beizeiten einmal testen. :)
Übrigens: Peter Hesseler, der Besitzer, ist uns nicht ganz unbekannt. Ihm gehört auch das La Societé in Köln, wo Mario Kotaska kocht und wo wir ebenfalls schon einmal einen wunderbaren Abend genossen haben.
Und wer gerne ein wenig über die “Schönen & Reichen” lästert, dem sei der Gault Millau Bericht 2009 ans Herz gelegt, vor allem die ersten drei Absätze. :)
Bildergalerie (Klick auf ein Foto, um die Galerie zu öffnen!)
[Bewertung 2009 > Guide Michelin: 1 Stern; Gault Millau: 3 Hauben]
3 Kommentare »





















am 27. August 2010 um 22:07 1.l'art de vivre » Fabios (2009/12) schrieb …
[...] hat man dabei so gute Lichtverhältnisse, wie zum Beispiel bei unserem Mittagessen im Sommer im Gut Lärchenhof. Das Licht ist gedimmt, man möchte sich in erster Linie auf das Essen konzentrieren und begnügt [...]
am 12. November 2010 um 08:57 2.l'art de vivre » Gut Lärchenhof (2010/06) schrieb …
[...] Gegensatz zu unserem letzten Besuch, gab es dieses Mal nicht ganz so viele Amuse-Bouches, was aber völlig in Ordnung war, denn so sehr [...]
am 27. September 2011 um 10:00 3.l'art de vivre » Restaurant Mönchenwerth (2009/09) schrieb …
[...] Wir hatten Ende September einen wunderbar sonnigen Tag. Es war zwar schon etwas kühler, aber in Decken gehüllt, ließ es sich draußen im Sonnenschein gut aushalten. Das Restaurant Mönchenwerth liegt direkt am Rhein, so hat man vom Außenbereich einen tollen Blick auf den Rhein und das umliegende Auenland, den wir genießen konnten. Zusätzlich hatte das Tageslicht den Vorteil, dass wir endlich einmal bei einem guten Essen auch richtig gute Fotos machen konnten, genauso wie damals im Gut Lärchenhof. [...]