La Société (2010/01)
Geschrieben von daniela am 25. Februar 2010 | Abgelegt unter deutschland[essen+trinken], essen+trinken[auswärts]
Als Thomas Anfang dieses Jahres sein neues Auto bekommen hat, war klar, dass wir abends nach der Arbeit zur Feier des Tages eine kleine Runde damit drehen würden. Klar hätte mir allerdings auch sein sollen, dass so etwas bei meinem Lieblingsmann nicht ohne einen entsprechenden Restaurantbesuch ablaufen kann. ;-)
Gelandet sind wir letztendlich im La Scoiété, wo wir schon im Jahr zuvor einen sehr netten Abend verbracht haben. Gleich zu Beginn fiel mir auf, dass die orangefarbenen Federboas, die mich damals so fasziniert hatten, wohl den winterlich weißen Federboas weichen mussten. Was dem Ganzen allerdings nichts von der Gemütlichkeit nimmt, das dieses Lokal ausstrahlt.
Auch dieses Mal wurden wir sehr nett willkommen geheißen und haben uns von Anfang bis Ende sehr wohl gefühlt. Das Service war sehr aufmerksam und freundlich. Die beiden Amuse-Bouche kamen sehr rasch auf den Tisch, auf den 1. Gang mussten wir allerdings fast eine ganze Stunde warten. Zum Glück gab es ein wirklich sehr köstliches Brot, mit guter Butter, Aufstrichen und Olivenöl, so dass wir den ersten Hunger gut überbrücken konnten. Die darauffolgenden Gänge folgten sehr zügig, fast ein wenig zu schnell, ansonsten war das Timing danach perfekt.
Als Amuse-Bouche wurde ein Parmesan-Rosmarin-Cracker serviert und ein Filoteig mit einer genialen Orangenlachsfüllung.
Danach folgte ein typisch Kölscher Gruß der Küche, wohl eine Art “Signature Dish” des Hauses, denn wie schon bei unserem letzten Besuch, wurde in kleinen Portionen ein halve Hahn, Himmel un Ääd, eine Ähzezupp, sowie ein kleines Schlückchen Reissdorf Kölsch auf einem süßen Brettchen serviert. Nach wie vor eine tolle Idee für mich, auch wenn ich bei Himmel un Ääd passen musste.

Die ersten drei Gänge des Degustationsmenues nannten sich:
-
Marinierte Kalbshaxenscheiben mit Bries, Carne cruda, Périgord Trüffel und Blumenkohl
-
Carpaccio, Praline und Gebratenes von der Jakobsmuschel mit Zitrusaromen
-
Bretonische Rotbarbe mit Tortellini und Aufguss von Hummer, Safran und Vanille
Der 3. Gang war ein Hammer und unser absoluter Lieblingsgang an diesem Abend. Die Aromen passten wunderbar zueinander und waren perfekt abgestimmt.
Das fruchtige Intermezzo entpuppte sich als eine Gewürzorangen-Ingwer-Mouse. Wenn mich nicht alles täuscht, sah die Präsentation beim letzten Mal genauso aus. Ich meine sogar, dass der weiße Schaum damals sehr ähnlich geschmeckt hat und der fruchtige Teil ebenfalls orange war. Jedenfalls hatte ich ein Déjà-vu, ein köstliches zum Glück. :)
Als Hauptgang gab es eine essiggeschmorte Ochsenbacke mit Entenstopfleber, Spitzkohl und Orange. Die Leber war gut gebraten, die Ochsenbacke wunderbar zart und zerfiel auf der Gabel und Spitzkohl und Orange entpuppten sich einmal mehr als harmonische Beigabe.
Vor dem eigentlichen Dessert (Dies und Das von der Guanaja Schokolade) gab es dann noch ein sogenanntes Pre-Dessert (kalte Schnauze: Topfencreme, Topfeneis, Cassisssorbet), so dass wir dieses Mal leider auf den Käse verzichten mussten, weil wir einfach schon zu voll waren. Solltet ihr allerdings einmal in dem Restaurant essen, dürft ihr euch die gut gereiften Käse auf keinen Fall entgehen lassen.
Zum Abschluss gab’s dann noch zum Kaffee ein paar Petits Fours, ein Schnäpschen aufs Haus und ein kleines Pläuschchen mit Stefan Helfrich, dem Restaurantleiter. Ein sehr sympathischer und netter Mann, muss man schon sagen!
[Bewertung 2010 > Gault Millau: 2 Hauben]
Keine Kommentare »








