Nahm (2010/02)
Geschrieben von daniela am 13. April 2010 | Abgelegt unter england[essen+trinken], essen+trinken[auswärts]
Ich bin generell ein großer Fan der asiatischen Küche, insbesondere der indischen. Seit unserem Thailandurlaub im letzten Jahr hat auch meine Begeisterung und Faszination für die thailändische Küche sehr zugenommen.
Schon kurz nach unserer Rückkehr lag ein dicker, rosaroter Schmöker in der Post: Thai Food von David Thompson. Wir haben bereits einige Rezepte aus dem Buch gekocht und ich liebe es, in dem Buch richtig zu lesen. Denn Thompson’s Buch ist keine reine Rezeptsammlung. Er beschreibt sehr anschaulich die Hintergründe und Traditionen, die die thailändische Küche so prägen und man spürt richtig die Liebe und Leidenschaft, die dahinter steckt.
Insofern war ich sehr glücklich, als mich mein Lieblingsmann kürzlich mit einem Besuch in Thompson’s Londoner Restaurant Nahm überraschte. Übrigens das erste Restaurant seiner Art, das einen Michelin Stern bekommen hat.
Das Restaurant ist im Halkin Hotel zu finden. Die Einrichtung fällt anders aus, als man es vielleicht von einem thailändischem Restaurant erwarten würde. Der Boden ist mit hellem Marmor ausgelegt und die Tische und Stühle sind aus rötlichem, hellem Holz gefertigt. Mir persönlich fehlt es hier ein klein wenig an Stimmung, die Fröhlichkeit und Lebensfreude, die ja für Thais sehr charakteristisch sind, konnte ich nicht richtig spüren. Edle Materialien, wohin man auch schaut, aber trotzdem wirkte alles fast ein wenig kühl.
Die Karte ist nicht all zu groß, eine Entscheidung sollte also nicht schwerfallen. Denkste! Es klingt alles so toll, dass man wirklich die Qual der Wahl hat. Letztendlich entschieden wir uns auf Anraten des Service für das Menü, Nahm arharn, ein traditionelles Thaiessen. Man darf sich fünf Gänge aus der à la carte Karte aussuchen: eine Suppe, ein Salat, ein Relish, ein Curry und ein Pfannen- oder Schmorgericht.
Der Gruß der Küche dürfte so eine Art Signature Dish des Hauses sein, denn man liest auch auf anderen Seiten davon: gehacktes Fleisch, süßlich-scharf-salzig-sauer mariniert, auf einem Ananasstück, garniert mit Chili und Koriander. Klingt vielleicht nicht berauschend, war aber eine absolute Geschmacksexplosion.
Weiter ging es mit so einer Art knusprigen Nudelsalat mit Garnelen, der zwar bestimmt gut war, der bei mir aber keinen all zu großen Eindruck hinterlassen hat.
Umso mehr kann ich mich dafür an die folgenden Minuten erinnern! Die restlichen Speisen wurden nämlich – ganz traditionell – alle gleichzeitig serviert. Diese werden von allen Tischgästen geteilt, nur von der Suppe (Tom yam Suppe mit kleinen Muscheln) bekommt jeder ein eigenes Schälchen serviert. Als Beilage wird thailändischer Jasminreis gereicht. Ihr könnt euch ja nicht vorstellen wie gut es war und wie voll wir nach dem Essen waren. Es sah alles eigentlich gar nicht nach so wahnsinnig viel aus, aber irgendwie waren wir nach der Hälfte schon am Anschlag. Es tat wirklich in der Seele weh, das alles stehen zu lassen, aber es ging einfach nicht mehr. Ich kann auch beim besten Willen nicht sagen, was am Besten geschmeckt hat, der tolle Salat, das Curry mit Hühnerfleisch, die Ente oder die Makrele mit Garnelenpaste und Mango. Das klingt alles vielleicht nicht nach etwas, was man noch nie gegessen hätte, aber David Thompson und seine Crew verstehen es perfekt, die einzelnen Komponenten und Geschmacksrichtungen absolut ausgewogen zu kombinieren, so dass man von der Harmonie der Speisen einfach nur entzückt ist.
Erwähnenswert ist auch der Sommelier des Restaurants, mit dem wir wirklich sehr viel Spaß hatten und der uns äußerst kompetent beriet. Als er merkte, dass die Flasche Weißwein zwar meinen Geschmack traf, aber nicht ganz so den meines Lieblingsmannes, brachte er nach einiger Zeit einen anderen Wein für Thomas, den er übrigens nicht auf die Rechnung setzte. Das nenn ich mal guten Service!
[Bewertung 2010 > Guide Michelin: 1 Stern]
1 Kommentar »












am 12. Mai 2011 um 22:35 1.nifo schrieb …
Noch ein kleiner Kochtipp von mir, wenn man keine Dunstabzugshaube hat oder es einfach nicht nach Gebratenem riechen soll : Statt in Öl zu braten (was ja immer etwas riecht), kann man auch wunderbar in Brühe braten/kochen. Wir braten/kochen alles in Brühe, wenn wir live vor Publikum kochen, da wir dort keine Haube haben. Funktioniert super und die Gäste sind begeistert.