Bazadaise T-Bone Steak

Geschrieben von daniela am 11. Juni 2010 | Abgelegt unter essen+trinken[zuhause], frankreich[reisen], reisen

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Vorab ein Foto vom Ende der Geschichte:

Bazadaise T-Bone Steak

Und jetzt weiter im Text! :)
Ehrlich gesagt waren wir ein wenig entsetzt von den Geisterdörfern im bekannten Weinanbaugebiet Bordeaux. Heruntergekommene und leer stehende Häuser wohin man schaut. Traurig eigentlich. Jean-Michel Cazes, unter anderem Besitzer von Château Lynch-Bages, hat sich vor einigen Jahren dasselbe gedacht. Als Architekten ihm vorschlugen, die alten Häuser von Bages abreißen zu lassen um Platz für mehr Weinreben zu schaffen, fasste er einen anderen Plan. Er ließ die Häuser renovieren um den kleinen Ort wieder zu beleben, und nannte es Village de Bages.

Auch an die Versorgung der neuen Einwohner wurde gedacht: eine Bäckerei, die nach alter Handwerkskunst, mit natürlicher Hefe und langsamer Fermentierung arbeitet, Bages Bazaar, wo man sämtliche Dinge findet, die mit Essen und Wein zu tun haben und vis-à-vis das Café Lavinal, wo man den ganzen Tag über kleinere und größere Köstlichkeiten genießen kann. Seit Ende letzten Jahres gibt es auch eine Fleischerei.

Village de Bages - Bages Bazaar Village de Bages - Au Baba d'Andréa

Auf den ersten Blick wirkte es auf uns zwar wie für Touristen gemacht, aber wir mussten unsere voreilige Meinung rasch revidieren. Als wir vor der École du Bordeaux auf den Einlass warteten, hatten wir Gelegenheit, das Treiben ein wenig zu beobachten. Natürlich gibt es auch Besucher hier aber die Läden, allen voran die Bäckerei und die Fleischerei, wurden überwiegend von den Leuten aus dem eigenen Ort und der Nachbarschaft. besucht. Auch das Café Lavinal, wo wir es uns zu Mittag gemütlich machten, war ziemlich gut besucht und der Großteil der Gäste waren nicht Touristen sondern kam aus der Umgebung.

Village de Bages - École du Bordeaux Village de Bages - Café Lavinal

Als wir das erste Mal in der Boucherie von Monsieur Y. Bruneau standen, waren wir ganz fasziniert von den riesigen Fleischstücken, die gerade an den Tresen gebracht wurden. Traumhaft schön marmoriert und so groß, wie ich es ehrlich gesagt noch nie gesehen habe. Vom Bazadaise Rind kommt das Fleisch, lernen wir, aufgewachsen ganz in der Nähe in Bazes. Wie schade, dass wir keine Möglichkeit hatten, dieses Fleisch irgendwo zuzubereiten. Im Hotel hätte man sich gefreut, wenn wir im Zimmer zu kochen begonnen hätten. :) Also zogen wir schweren Herzens mit ein paar Mini-Salamis weiter.

Village de Bages - Boucherie Monsieur Y. Bruneau

Die beste Idee aller Ideen hatte dann aber der Lieblingsmann! Warum nicht ein “kleines” Steak mit nach Hause nehmen? Gesagt – getan, statteten wir am Morgen der Abreise der Fleischerei einen weiteren Besuch ab. Monsieur Bruneau war offensichtlich erfreut, dass wir wieder den Weg in seinen Laden gefunden hatten (zumindest bildeten wir uns das ein :) ), beriet uns in der Fleischwahl und war so nett, seine Frau  (nehmen wir zumindest an …) mit dem Auto in das 5 km entfernte Pauillac zu schicken, um das gute Stück dort für die anstehende 10-Stunden-Reise vakuumieren zu lassen.

Nur ein bisschen Öl, Salzflocken, Pfeffer, Thymian und ein wenig Knoblauch …

Bazadaise T-Bone Steak

… und schon darf das 1,8 kg schwere T-Bone Steak vom Bazadaise Rind auf den Griller.

Bazadaise T-Bone Steak

Gleich ist es so weit.

Bazadaise T-Bone Steak

Von der Hitze nehmen und ruhen lassen, während schnell ein paar mit selbst gemachter Kräuterbutter bestrichene Baguettscheiben angeröstet werden.

Bazadaise T-Bone Steak

Das Stück reichte für uns beide für ein Mittag- und Abendessen und ich verdrücke bis heute täglich  heimlich ein Tränchen, weil ich gerne einen Monsieur Bruneau mit seinem traumhaften Bazadaise Fleisch in meine Nähe hätte …

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2 Kommentare zu “Bazadaise T-Bone Steak”

  1. am 11. Juni 2010 um 14:48 1.lamiacucina schrieb …

    Dafür würde ich gerne eine Flasche Lynch-Bages öffnen. Wenn der Metzger vom Verkauf seiner Proukte leben kann, muss es im Ort oder der nahen Umgebung trotz Geisterdörfer doch noch eine kauffreudige Kundschaft geben.

  2. am 11. Juni 2010 um 16:11 2.daniela schrieb …

    Zum Glück gibt es ja auch kleinere Städte, die nicht ganz so verlassen sind, zB Pauillac.
    Die Franzosen im Allgemeinen geben ja noch immer mehr Geld für gutes Essen aus als in vielen anderen europäischen Ländern, auch wenn Aldi & Co auch schon ihre Zelte dort aufgeschlagen haben.

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