A Fuego Negro (2010/05)
Geschrieben von daniela am 8. Juli 2010 | Abgelegt unter essen+trinken[auswärts], spanien[essen+trinken]
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Neben der Bodegôn Sarria zählt auch das A Fuego Negro zu unseren Top-3 Pintxos Bars, die wir im Urlaub besucht haben.
“Schwarzes Feuer” bedeutet der Name der Bar und im Gegensatz zu den vielen anderen Pintxos Bars in San Sebastian, die alle sehr traditionell mit Holz und Fliesen eingerichtet sind, betritt man hier ein sehr modernes Lokal mit einer modernen spanischen Pintxos-Küche. Schwarz und rot sind die dominanten Farben hier, R&B, Hip-Hop und Lounge-Musik läuft im Hintergrund und auf großen, schwarzen Tafeln hinter der Bar werden die aktuellen Pintxos aufgelistet. Nach einigen Abenden “Pintxos-Bar-Hopping” hatten wir Lust, uns wieder einmal an einen Tisch zu setzen und bahnten uns unseren Weg in den hinteren Bereich, wo sich das Restaurant befindet. Im Gegensatz zum vollen Vorderbereich waren hier nur zwei Tische besetzt, aber die Ruhe fanden wir an diesem Abend mal ganz angenehm.
À la carte gibt es hier nicht, es stehen nur zwei Tasting-Menüs zur Auswahl: 8 und 11 Gänge, wobei es sich bei beiden um Überraschungsmenüs handelt. Unnötig zu erwähnen, welches wir gewählt haben. :) Die Speisen wurden anfangs in einem ziemlich raschen Tempo serviert, das hat man dann aber nach einem entsprechenden Hinweis von uns ein wenig gedrosselt. Zu nahezu jedem Gericht gab es eine kurze Empfehlung, wie man es essen soll, um das beste Geschmackserlebnis heraus zu holen. Die nette Servicedame muss ich an dieser Stelle auch gleich einmal zu Beginn lobend erwähnen. Sie sprach sehr gut Englisch (was hier alles andere als eine Selbstverständlichkeit ist …) und hatte den ganzen Restaurantbereich allein perfekt im Griff.
Nach dem 1. Gang (Andalusischer Weißwein mit Iberischem Knoblauch und Jamôn) ging es mit einer Tomatensuppe weiter:
Zugegeben, die Suppe sah etwas anders aus, als wir uns diese erwartet hätten. Eine knallorange Kugel auf gerösteten Brotkrumen lag auf dem Teller, die wir auf einmal in den Mund nehmen sollten, denn – richtig erraten – die Kugel war außen hart und innen flüssig und platzte im Mund auf. Das Spielchen ist mittlerweile bekannt, war aber in diesem Fall auch wirklich richtig gut umgesetzt.
Ein Avocado- und Haselnusseis mit einem Bällchen aus Krabbenfleisch kam als nächstes. Die drei Sorten sollte man zusammen essen, nicht getrennt und das machte tatsächlich einen großen Unterschied im Geschmack aus. Denn natürlich musste ich alles auch getrennt voneinander kosten.
Im Glas zum dritten Gang lagen unten am Boden Muscheln in einem Tomatenpüree, darauf lag eine Bechamel Sauce und diese war mit knuspriger Schweineschwarte bestreut. Eine eigenartige Kombination, die aber gar nicht übel geschmeckt hat.
“Dirty salad” nannte sich der vierte Gang. Als er kam, war er noch nicht “dirty”, allerdings sollten wir die Zutaten kräftig durchmischen und danach sah er wirklich “dirty” aus. :) Grüner Salat, Kräuterblätter und gegrilltes Gemüse, mit einer rauchigen Tomatensauce als Dressing und Körnern bestreut ist wirklich ein ganz großes Geschmackserlebnis.
Der Toast im nächsten Gang war etwas labbrig und nicht ganz so unser Fall, das Roastbeef war zart und die Senfmischung auch nicht schlecht. Im Großen und Ganzen war es aber nichts Besonderes.
Danach kam einer meiner Favoriten: Knoblauch-Risotto mit Gewürzen und Kräutern. Ich LIEBE Knoblauch, ich LIEBE Risotto, ich LIEBE Kräuter, ich LIEBE Gewürze und ich hätte es der Küche auch nicht verziehen, wenn sie dieses Gericht versaut hätten. Aber zum Glück hat es mindestens genauso gut geschmeckt, wie es an zu schauen war.
Den berühmten Spanischen “Bacalao” gab es dann zum 7. Gang. Der vakuum-gegarte Kabeljau lag auf einem Karfiol-Püree und war mit Sprossen serviert. Guter Gang, nicht mehr und nicht weniger.
Absolut nicht mein Gang war dann das Schweinekinn. Obwohl der Lieblingsmann normalerweise mit fetten Teilen heikler umgeht als meine Wenigkeit, hatte er eigenartigerweise nicht so ein großes Problem mit dem Gericht wie ich. An dem Kinn war für meinen Geschmack einfach viel zu viel Fett dran, es war hart und ließ sich kaum von dem bisschen Fleisch lösen – ich hatte darauf einfach keine Lust und habe dafür die Kartoffeln mit dem Vanille-Zitronenschaum genossen. Eine interessante Kombination mehr an diesem Abend.
Das zweite Highlight nach dem Risotto war dann die kandierte süße Tomate, die auf Ziegenfrischkäse drapiert war, der wiederum in einem Oregano-Jelly lag. Ein Hammer, ich kann es nicht anders beschreiben!
Die Schokolade-CD zum Dessert war zwar eine witzige Idee, aber letztendlich doch nur eine einfache Schokolade.
Ein Toilettenbesuch ist hier übrigens Pflicht. Man kann dort schon mal ein paar Minuten länger als geplant verbringen:
3 Kommentare »





















am 12. Juli 2010 um 22:46 1.Christian schrieb …
Wieder mal ganz tolle Fotos!!
am 13. Juli 2010 um 21:12 2.daniela schrieb …
Dankeschön! Das freut mich. :)
am 6. September 2010 um 15:24 3.l'art de vivre » Asador Sagartoki (2010/05) schrieb …
[...] zwei unserer Top-3 Pintxos-Bars habe ich bereits geschrieben. Da war zu einem unser Besuch im A Fuego Negro in San Sebastian, wo wir wunderbare modernste Pintxos-Kreationen verkosten konnten. Aber auch die [...]