Bodega Cigaleña (2010/05)
Geschrieben von daniela am 29. Juli 2010 | Abgelegt unter essen+trinken[auswärts], spanien[essen+trinken]
Wie zum Geier entsteht so ein Laden? In der Bodega Cigaleña musste mich der Lieblingsmann nach etlichen Minuten des Staunens daran erinnern, dass wir nicht in einem kuriosen Weinmuseum gelandet sind, sondern uns in einer Pintxos-Bar befinden. Die gesamte Bar und auch das angrenzende Restaurant sind vom Boden bis zur – und sogar inklusive – Decke vollgestopft mit Weinflaschen in allen Größen und Formen, aus aller Herren Länder und möglichen Jahrgängen und zum Teil sogar von richtig tollen Weingütern, die bestimmt wertvoll wären, würde man nicht sehen, dass sie definitiv nicht mehr trinkbar sind. Von den ganzen anderwärtigen Weinaccessoires in sämtlichen Ausprägungen ganz zu schweigen …
Der Jamôn am Pintxos-Brötchen war unglaublich gut, die Baguettescheibe selbst leider trocken und zäh. Aber wer braucht schon Brot bei so einem tollen Schinken! Mehr Pintxos haben wir hier nicht verkostet, da wir an diesem Abend eigentlich wieder einmal einen Pintxos-Rundgang starten wollten. Den haben wir auch noch in zwei weiteren Bars fortgesetzt, gelandet sind wir aber schlussendlich wieder in der Bodega Cigaleña. Der Grund für die Rückkehr war vor allem die Fleischtheke im hinteren Teil des Ladens, die wir entdeckt haben, als wir unsere Augen von der skurillen Einrichtung lösen konnten. Da lag allerfeinstes Fleisch, wunderbar marmoriert, rot-braun in der Farbe und an der Luft gereift. Auf die Nachfrage, wo denn das Fleisch herkäme, bekamen wir ein “Aus Spanien natürlich! Wie alles andere, was wir hier anbieten.” zu hören.
Gleich zu Beginn wurde ein Brötchen und Butter serviert, was an sich ja nichts Aufregendes ist. Das Brötchen war aber so sagenhaft gut, dass wir noch zwei Mal nachgefragt haben, ob wir ein weiteres Stück haben könnten. Und die Dinger waren nicht gerade klein. :) Gefallen hat mir auch, dass jeder Gast seine eigene Tischunterlage bekam, auf der das Brötchen ganz ohne Tellerchen gelegt wurde. Zerreißt mal ein knuspriges, frisches Brötchen in kleine Häppchen, dann wisst ihr, wie die Tische nach einiger Zeit aussahen … Aber das gab dem Ganzen einfach ein herrlich unkompliziertes und gemütliches Ambiente.
Nach einer kleinen Vorspeise aus Chorizo, Jamôn (wir konnten uns daran einfach nicht satt essen), sonstigen spanischen Würsten und Anchovis (vergleichsmäßig teuer, aber ebenfalls sündhaft gut) gab es dann für mich ein Filet- und für den Lieblingsmann ein T-Bone Steak. Dazu wurden selbst gemachte Kartoffelsticks serviert und ganz klassisch eine gegrillte Pimento. Ein Traum! Zwar innen optisch noch ziemlich roh, aber geschmacklich fantastisch mürbe, weich und würzig. Mit das beste Stück Fleisch, das wir jemals gegessen haben. Mehr will ich gar nicht dazu sagen. Die Bodega Cigaleña bekommt definitiv eine Empfehlung von uns! Wir waren sogar nahe daran, während der vier Tage, die wir in Santander verbracht haben, noch einmal hin zu gehen. Was bei uns wirklich selten vor kommt, da wir sehr gerne so viel unterschiedliche Lokale wie möglich im Urlaub ausprobieren.
Noch ein Wort zum Service und der Weinkarte. Das Mädchen im Service war gut d’rauf. Sie konnte Englisch, war sehr aufmerksam aber keineswegs aufdringlich und kannte sich beim Fleisch und mit der Speisekarte aus. Ihr Kollege war ebenfalls sehr hilfreich bei der Weinauswahl, die wir angesichts der großen Auswahl vertrauensvoll in seine Hände gelegt haben. Da gab’s echt nix zu meckern in dem Laden.
Keine Kommentare »


